Ein Verfahren, das nicht aus der Maschine kommt

Das originale Laque de Chine zählt zu den aufwendigsten Verfahren der Lackveredelung im Rubin One Programm. Es wird vollständig von Hand ausgeführt, nach einem eigenen Rezept, und lässt sich nicht auf eine Maschine übertragen. Das ist kein Marketingargument, sondern eine Eigenschaft des Verfahrens: Die Verarbeitung reagiert auf den Untergrund, und diese Rückmeldung nimmt nur eine Hand auf.

Warum Handarbeit hier einen Unterschied macht

Eine Poliermaschine arbeitet mit gleichbleibendem Druck über die ganze Fläche. Das ist bei einer Lackkorrektur genau richtig, weil dort Gleichmässigkeit zählt. Beim Auftragen einer Veredelung von Hand kann dagegen auf jede Zone einzeln reagiert werden: auf eine Kante, die weniger Material verträgt, auf eine gewölbte Fläche, auf einen Bereich, der bereits mehrfach bearbeitet wurde.

Der Preis dafür ist Zeit. Ein Fahrzeug im Laque de Chine Verfahren ist keine Tagesarbeit.

Wo wird gearbeitet?

Die Verarbeitung erfolgt in kamera- und alarmgesicherten Räumen mit kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das hat zwei Gründe. Der offensichtliche ist der Wert der Fahrzeuge, die in diesem Verfahren bearbeitet werden. Der fachliche ist wichtiger: Ablüftzeiten und Verlaufsverhalten hängen unmittelbar an Temperatur und Feuchtigkeit, und beides muss über mehrere Tage stabil bleiben.

Für welche Fahrzeuge das Verfahren gedacht ist

Für Fahrzeuge, bei denen das Ergebnis über dem Aufwand steht. In der Praxis sind das Klassiker und Liebhaberfahrzeuge, Sammlungsstücke und Fahrzeuge mit besonderen oder historischen Lacken, bei denen Standardverfahren an Grenzen stossen.

Für ein Alltagsfahrzeug ist es der falsche Weg. Dort führt eine Keramikversiegelung oder eine Lackkonservierung zu einem besseren Verhältnis von Aufwand und Wirkung, und wir sagen das auch, wenn jemand nach dem teureren Verfahren fragt.

Was vorher geklärt wird

Vor jeder Zusage steht die Beurteilung des Lacks. Bei Klassikern ist das heikler als bei modernen Fahrzeugen, weil Originallacke dünner, unregelmässiger und teilweise nicht dokumentiert sind. Teilweise nachlackierte Partien verhalten sich anders als originale, und das muss vorher bekannt sein.

Wir messen deshalb die Schichtdicke an mehreren Punkten, dokumentieren den Ausgangszustand und legen fest, welche Bereiche bearbeitet werden und welche bewusst nicht. Bei einem Originallack ist Zurückhaltung oft die fachlich richtige Entscheidung, auch wenn mehr technisch möglich wäre.

Was das Verfahren nicht ist

Es ist keine Neulackierung und kein Ersatz für eine Carrosseriearbeit. Durchgeschliffene Stellen, tiefe Kratzer bis auf die Grundierung und Rost brauchen andere Wege. Laque de Chine arbeitet an der vorhandenen Oberfläche, nicht an ihrer Substanz.

Der Ablauf

Beurteilung und Schichtdickenmessung, Dekontamination, kontrollierte Korrektur der Flächen, die es vertragen, dann der eigentliche Auftrag von Hand in mehreren Durchgängen, danach Ruhezeit unter konstanten Bedingungen und abschliessend die Kontrolle unter Streiflicht.

Zwischen den Durchgängen liegen Wartezeiten, die sich nicht verkürzen lassen. Wer das Fahrzeug zu einem festen Termin braucht, sollte den Puffer von Anfang an einplanen.

Pflege nach der Behandlung

Ein im Laque de Chine Verfahren bearbeitetes Fahrzeug braucht danach eine andere Pflege als ein Alltagswagen. Keine Bürstenanlage, keine aggressiven Reiniger, keine Trockentücher mit eingebettetem Schmutz. Gewaschen wird von Hand mit sauberer Vorwäsche, damit der Aufwand der Behandlung nicht innerhalb weniger Monate wieder abgetragen wird.

Bei Fahrzeugen, die über den Winter eingestellt werden, kommt die richtige Vorbereitung der Standzeit dazu. Sauber, trocken und abgedeckt, sonst arbeitet eingetrockneter Schmutz über Monate auf der frisch veredelten Fläche. Wir geben die passenden Hinweise bei der Übergabe schriftlich mit.

Fazit

Laque de Chine ist ein Verfahren für Fahrzeuge, bei denen Zeit und Handarbeit gerechtfertigt sind. Für alles andere gibt es effizientere Wege, und ein guter Betrieb sagt Ihnen, welcher davon zu Ihrem Fahrzeug passt.

Der ehrlichste Massstab ist die Frage, was mit dem Fahrzeug geschehen soll. Wird es gefahren, ausgestellt oder gehalten? Aus dieser Antwort ergibt sich das Verfahren, nicht umgekehrt.

Wenn Sie einen Klassiker oder ein Sammlungsfahrzeug haben, schildern Sie uns kurz Fahrzeug, Lackzustand und Ziel. Weitere Arbeiten an Klassikern finden Sie unter Oldtimerpolitur.