Wachsen oder Lackversiegelung – der Unterschied

Die Fahrzeugpflege ist kompliziert. Zumindest, wenn es richtig gemacht werden soll. Neben dem Waschen gibt es ja auch noch das Wachsen und die Lackversiegelung. Aber wie ist das nun genau? Wachsen und Lackversiegelung? Oder doch nur eines von beiden? Und vor allem, was davon?

Das Wachsen

Bei der Lackkonservierung wird mit Wachs gearbeitet. Dieses besteht hauptsächlich aus natürlichen Inhaltsstoffen. Das Wachs wird aus den Blättern der Carnaubapalme gewonnen und hat davon auch seinen Namen: Carnaubawachs. Es handelt sich dabei um das härteste erhältliche Wachs. Damit es verarbeitet werden kann, werden dem Wachs weitere Stoffe zugefügt. Dennoch ist es gesundheitlich unbedenklich.

Der Schmelzpunkt dieses Wachses liegt bei rund 85° C. Diese Eigenschaft macht das Carnaubawachs sehr hitzebeständig, wodurch ihm auch die Sonne nur wenig anhaben kann.

Das Wachs legt sich auf den Fahrzeuglack. Wie eine schützende Decke. Doch leider ist es dadurch auch recht leicht zu entfernen.

Es gibt verschiedene Ausführungen von Wachs, deren Basis jedoch immer das Carnaubawachs ist. Die Unterschiede bestehen lediglich in den weiteren Inhaltsstoffen der Wachspflege, welche sogar Parfüm beinhalten können.

Die Lackversiegelung

Mittel für die Lackversiegelung werden rein synthetisch hergestellt. Die Versiegelung ist teurer als das Wachsen. Doch sie behält auch länger ihre den Lack schützende Wirkung und verleiht dem Lack noch stärkeren Glanz.

Die Lackversiegelung verbindet sich zudem mit dem  Lack und verstärkt auch seine hydrophobe Wirkung. Das heisst, Wasser perlt noch besser ab. Und nimmt beim Ablaufen von der Karosserie den Schmutz gleich mit.

Geht es um die Lackversiegelung, kann ausgewählt werden zwischen

  • PTFE-Versiegelung (Teflon)
  • Nano-Versiegelung

Die Teflon-Versiegelung ist jedoch immer weniger gefragt. Kein Wunder, bietet die Nano-Versiegelung doch mehr Komfort. Die Nano-Partikel verteilen sich auf der Fahrzeugoberfläche, verbinden sich mit dem Lack und bilden so ein schützendes Konstrukt.

Der grösste Vorteil der Nano-Versiegelung ist wohl der Lotus-Effekt. Dies bedeutet, dass Schmutzpartikel einfach mit Wasser abgespült werden können und mit dem Wasser vom Lack abperlen. Möglich ist dies durch den geringen Abstand der Nano-Partikel untereinander. Der Schmutz findet so keine Räume, in denen er sich festsetzen kann. Somit liegt er lediglich auf dem Lack auf. Und wird spätestens mit dem nächsten Regenschauer abgespült. Ohne Reiniger, ohne schrubben.

Doch nicht genug damit. Da die Nano-Partikel zudem sehr fest sind, bieten sie dadurch sogar Schutz vor kleinen Kratzern.

Die bessere Wahl

Versiegelung wie auch Wachs schützen den Fahrzeuglack vor Umwelteinflüssen. Die Grundidee und Grundwirkung sind somit gleich. Doch die Lackversiegelung hält deutlich länger als die Konservierung mit Wachs. Eine hochwertige Nano-Versiegelung schützt den Lack fast ein ganzes Jahr.

So wird auch der Nachteil der Versiegelung, die hohen Kosten, wieder ausgeglichen. Schliesslich muss das Wachsen schon nach relativ kurzer Zeit wiederholt werden.

Sie möchten Ihr Fahrzeug stets top gepflegt und den Lack gut geschützt wissen? Dann gönnen Sie sich die Fahrzeugpflege vom Profi, von AVP Autopflege. Wir sind Experten auf dem Gebiet der fachmännischen Lackversiegelung. Profitieren Sie von unserem Know-how und freuen Sie sich über langanhaltenden Fahrzeugglanz.

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Die Entscheidung in der Praxis

Wenn es schnell gehen soll und das Fahrzeug ohnehin in gutem Zustand ist, etwa vor einem Anlass oder einer Besichtigung, ist Wachs die pragmatische Wahl. Es ist in wenigen Stunden aufgetragen, gibt einen warmen, tiefen Glanz und kostet wenig.

Wenn das Fahrzeug über Jahre gehalten wird, draussen steht oder im Winter gefahren wird, rechnet sich die Versiegelung, weil sie die Zahl der Waschvorgänge mit mechanischer Belastung senkt. Genau dort entstehen die feinen Kratzer, die später eine Politur nötig machen.

Kann man beides kombinieren?

Grundsätzlich ja, aber selten sinnvoll. Wachs auf einer intakten Versiegelung legt eine weiche Schicht auf eine harte und verändert das Abperlverhalten, ohne den Schutz zu verbessern. Wer Tiefe im Glanz sucht, erreicht sie besser über die Politur darunter als über eine zusätzliche Schicht darüber.

Woran Sie erkennen, was auf Ihrem Lack liegt

Am Wasser. Eine frische Versiegelung lässt Wasser in kleinen, runden Tropfen abperlen, die bei Bewegung von selbst ablaufen. Wachs zeigt grössere, flachere Tropfen. Auf ungeschütztem Lack bleibt das Wasser flächig stehen und trocknet mit Rändern ab.

Ein zweiter Test ist die Reinigung. Löst sich Insektenschmutz nach kurzem Einweichen, arbeitet eine Schutzschicht. Muss gerieben werden, ist keine mehr da.

Was in beiden Fällen gleich bleibt

Die Vorarbeit. Weder Wachs noch Versiegelung ersetzen die Dekontamination. Flugrost und eingebettete Partikel gehören vorher heraus, sonst werden sie eingeschlossen. Und beide brauchen einen Lack, dessen Zustand vorher beurteilt wurde. Eine Übersicht der Systeme finden Sie unter Lackversiegelungen, die Vorarbeit unter Autopolituren.