Einblick
Autowäsche im Sommer
Sonnenschein und warme Temperaturen wirken auf den ersten Blick ideal für die Fahrzeugreinigung. Im Sommer bringt die Autowäsche aber einige Tücken mit sich, die dem Lack schaden können. Entscheidend ist, sie richtig durchzuführen.
Warum regelmässig waschen wichtig ist
Im Sommer machen vor allem Insektenreste zu schaffen. Ob auf der Scheibe oder auf der Karosserie: Das natürliche Gemisch aus Chitin, Säuren und Sekreten kann den Lack angreifen. Hinzu kommen Honigtau von Blattläusen und Ameisen sowie Harz von Bäumen. Bleiben die Reste zu lange liegen, drohen Flecken und Lackschäden.
Verstärkt wird das Ganze durch die intensive UV-Strahlung im Sommer. Auch wenn die Lackschicht optisch dick erscheint, beträgt sie nur etwa 0,15 mm. Auf dieser dünnen Schicht hinterlassen schon kleine Verunreinigungen Spuren, weshalb regelmässige Pflege so wichtig ist.
Einfach durch die Waschanlage zu fahren, reicht bei Insektenrückständen oft nicht. Sinnvoll ist, sie vorab mit Insektenentferner einzusprühen und kurz einwirken zu lassen. Danach lösen sie sich deutlich leichter.
Vom Abkratzen mit Fingernagel, Schaber oder einem trockenen Tuch ist abzuraten. Das verursacht feinste Mikrorisse im Lack. Auch Vogelkot sollte zügig entfernt werden, da er stark säurehaltig ist und den Lack aggressiv angreift. Bewährt hat sich hier die Zeitungsmethode: das Fahrzeug in den Schatten stellen, eine Zeitung kurz in sauberem Wasser einweichen, den Vogelkot mit Wasser anfeuchten und die nasse Zeitung 5 bis 10 Minuten auf die Stelle legen. Anschliessend lässt sich der Kot mit der Zeitung abnehmen und die Stelle mit einem weichen Mikrofasertuch nachreinigen.
Handwäsche oder Waschstrasse?
Beides ist möglich. Die Handwäsche erzielt oft das gründlichere Ergebnis, gerade bei hartnäckigen Insektenrückständen.
Die Reinigung von Hand
Für die Handwäsche empfiehlt sich ein kühlerer Tag im Schatten. Bei zu warmem Lack trocknet das Reinigungsmittel zu schnell an, und es bilden sich Schlieren. Lässt sich nur ein heisser Tag einrichten, sollte von oben nach unten gearbeitet werden.
Benötigt werden ein Eimer mit Wasser und Autoshampoo, ein zweiter Eimer mit klarem Wasser sowie ein Reinigungstuch. Langfaserige Mikrofasertücher sind eine gute Wahl, weil sie den Schmutz aufnehmen. Klassische Haushaltsschwämme sollten nicht verwendet werden, da sie den Lack verkratzen können. Handschuhe schützen die Haut vor den Reinigungsmitteln.
Schritt 1: die Felgen
Die Felgen müssen am längsten einweichen, und beim Abspritzen wird Schmutz aufgewirbelt. Darum beginnt die Wäsche immer mit ihnen. Besonders empfindliche Felgen lassen sich vorab in warmem Wasser einweichen.
Schritt 2: der Lack
Das Fahrzeug wird von oben nach unten eingeschäumt, damit sich der Schmutz löst. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Schaum mit dem Schlauch oder vorsichtig mit dem Hochdruckreiniger abgespült. Auf ausreichend Abstand achten.
Schritt 3: schwer erreichbare Stellen
Gummifalze, Einstiegsbereiche, Kühlergrill und Zierleisten lassen sich schwer reinigen. Hier hilft ein sauberer, feiner Pinsel mit Autoshampoo und anschliessendem Abspülen.
Schritt 4: die Hauptreinigung
Mit dem Mikrofasertuch und dem Shampoo-Wasser-Gemisch wird von oben nach unten gewaschen, beginnend bei den weniger verschmutzten Stellen. Nur geringen Druck ausüben und das Tuch zwischendurch im klaren Wasser ausspülen. Für den stärker verschmutzten unteren Bereich empfiehlt sich ein zweites Tuch.
Schritt 5: das Abspülen
Das Fahrzeug wird von oben nach unten gründlich abgespült. Den Wasserstrahl nicht auf den Boden richten, damit keine Schmutzpartikel zurück auf den Lack gelangen.
Schritt 6: das Trocknen
Mit einem trockenen Mikrofasertuch wird das Auto ohne Druck von oben nach unten abgewischt, auch die Falze. Anschliessend kann ein Detailer aufgetragen werden.
Schritt 7: die Nacharbeit
Bei verbliebenen Verkrustungen oder Teerflecken hilft eine Lackreinigungsknete: etwas Detailer auftragen, vorsichtig mit der Knete darüberstreichen, Rückstände mit einem Tuch entfernen und mit einem frischen Tuch nachpolieren.
Reinigung in der Waschstrasse
Die Wäsche in der Waschstrasse geht schnell. Hartnäckiger Schmutz wie Insektenrückstände, Baumharze oder Vogelkot muss aber vorbehandelt werden, denn die Anlage allein entfernt ihn nicht. Ein Regentag ist günstig, weil der Schmutz bereits auf der Fahrt etwas einweicht. Eine Anlage mit Reinigungslappen ist Bürsten vorzuziehen, da Bürsten eher feine Kratzer hinterlassen.
Beim Cabrio das Verdeck nicht vergessen
Cabrio-Besitzer sollten neben dem Lack auch das Stoffverdeck im Blick behalten, da es besonders empfindlich ist. Für die Reinigung empfiehlt sich ein spezieller Verdeckreiniger mit warmem, klarem Wasser. Eine anschliessende Imprägnierung sorgt dafür, dass Regenwasser wieder abperlt.
Vorsorge erspart Sorgen
Lackschäden lässt sich nicht nur durch rasche Reinigung vorbeugen, sondern auch durch Politur und Hartwachs. Beides lässt den Lack glänzen und macht ihn zugleich widerstandsfähiger gegenüber der sommerlichen Beanspruchung.
Bleiben Insektenreste oder Vogelkot zu lange auf dem Lack, kann das dauerhaften Schaden verursachen. Eine gründliche Wäsche etwa alle zwei Wochen sorgt für ein sauberes Erscheinungsbild und unterstützt den Werterhalt.

